Ein Teil der im WZ®-WundZentrum Bielefeld behandelten Patienten wird regelmäßig durch das Team zu Hause bzw. in einer Pflegeeinrichtung besucht. „Der Allgemeinzustand der häuslich versorgten Patienten ist stark reduziert, die Betroffenen sind in ihrer Bewegungsfreiheit und Lebensqualität eingeschränkt. Oft nehmen sie aufgrund ihrer starken Schmerzen am alltäglichen Leben nicht mehr teil, dies schränkt die Mobilität der Patienten ein und stellt eine besondere Herausforderung in der Behandlung dar. Diese Situation zu erkennen und einen entsprechenden Therapiepfad  einzuleiten, ist unser Ziel, erklärt Susanne Binarsch-Jaroslawsky, Leiterin des WZ®-WundZentrums Bielefeld im Interview.

Alle Mitarbeiter des WZ®-WundZentrums Bielefeld haben ein Examen in der Kranken- oder Altenpflege und zusätzlich die Weiterbildung zu zertifizierten Wundmanagern (WM®/ZWM®). Diese Qualifikation gewährleistet natürlich unter ärztlicher Aufsicht eine erfolgreiche Wundversorgung auch im häuslichen Umfeld als ergänzende Dienstleistung zu den nötigen und regelmäßigen Besuchen im WundZentrum.

„Jede Wunde ist speziell und stellt uns Behandler oft vor neue Herausforderungen. Das A und O bei der ambulanten Behandlung chronischer und sekundär heilender Wunden ist die individuelle Behandlung und Beratung der Betroffenen. Unabhängig davon, ob der Patient im WundZentrum selbst oder in der häuslichen Umgebung behandelt wird, verläuft die Wundversorgung stets der Lebenssituation angepasst und phasengerecht. Das heißt: Sie berücksichtigt die drei Hauptheilungsphasen: Exsudation, Granulation und Epithelisierung“, so Binarsch-Jaroslawsky. Von der Reinigung der Wunde, über die Wundversorgung bis hin zum Verbandswechsel und zur Wunddokumentation, werden alle Behandlungsschritte auch zu Hause durchgeführt.

Individuelle Wunden erfordern maßgeschneiderte Therapien

Zunächst wird für jeden Patienten gemeinsam mit dem ärztlichen Partner des WundZentrums ein individueller Therapieplan erstellt. Dabei umfasst das Wundmanagement auch die Erkennung der Ursachen. „Diese herauszufinden ist oft eine große Herausforderung. Manchmal erzählen uns die Patienten, dass ihre Wunden bereits jahrelang bestehen. Die Hoffnung auf eine Beendigung ihrer Leidensgeschichte, oftmals verbunden mit einer langwierigen Behandlungsodyssee, hatten diese Personen meist aufgegeben und schon gar nicht mehr mit einer vollständigen Abheilung gerechnet“, sagt Binarsch-Jaroslawsky.

Ob diabetisches Fußsyndrom, Unterschenkelgeschwür oder Druckgeschwür − jede Wunde wird im WZ®-WundZentrum fachgerecht versorgt. Dies gilt auch für die Behandlung von Patienten im Rahmen von Hausbesuchen, die in der Regel alle zwei Wochen stattfinden. In der Zwischenzeit wird der fachgerechte Verbandswechsel nach Therapieplan meist vom Pflegedienst des Patienten oder dessen Angehörigen übernommen.

„Um den Patienten in der häuslichen Versorgung ein optimales Wundmanagement bieten zu können, kommt der Zusammenarbeit mit den Pflegediensten unserer Patienten eine große Bedeutung zu. Der Pflegedienst besucht den Patienten auch für andere Dinge neben dem Verbandwechsel meist täglich und informiert uns direkt, sofern der Heilungsverlauf nicht wie gewünscht abläuft, sodass wir schnell reagieren und umgehend zum Patienten fahren können“, sagt Binarsch-Jaroslawsky. Die Kooperation mit den Pflegediensten schließt auch Schulungen der Pflegenden  rund um die Themen „Wundmanagement“ und „Wundversorgung“ mit ein.

Wie alle WZ®-WundZentren bietet auch das WZ®-WundZentrum Bielefeld regel Hospitationen und regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Wundversorgung“ für Pflegekräfte an, um die Zusammenarbeit weiter zu stärken.